Kolpingsfamilie Rottweil e.V.

 

So nahm alles im Jahr 1885 seinen Anfang.

Die wichtigsten Ereignisse im Leben der Kolpingsfamilie Rottweil seit 1885.

 

10.07.1885

In der Schwarzwälder Bürgerzeitung Nr. 102 erscheint ein Aufruf an die Gesellen von Rottweil, sich am 13. Juli 1885, abends um 1/2 9 Uhr, zwecks Gründung eines Katholischen Gesellenvereins im Nebenzimmer des Gasthauses "Apfel" einzufinden. 35 junge Handwerksgesellen waren dem Aufruf gefolgt. Einen Monat später erfolgte die konstituierende Sitzung mit Wahl des vorläufigen Ausschusses. Erster Senior war der Schuhmachergeselle Heinzmann aus Rottweil-Bühlingen.

 08.09.1885

Am 8. September 1885 war die erste Versammlung mit Präses Münch, Pfarrer von St. Pelagius in Rottweil-Altstadt, im Gasthaus "Apfel".

11.11.1885

Das Vereinslokal im "Apfel" ist zu klein. Neues Vereinslokal wurde das Gasthaus "Hummel am Schwarzen Tor", das frühere Gasthaus "Torstube".

April 1886

Die Mitgliederzahl ist auf über 100 angestiegen. 150 Ehrenmitglieder förderten den Verein.

14.06.1886

In der Hl.-Kreuz-Kirche findet die Fahnenweihe statt. Es nahmen auch auswärtige Vereine daran teil. Am Nachmittag war nach dem Festumzug gemütliches Beisammensein mit der Rottweiler Bevölkerung in den Hochturmanlagen. Die Fahne hatte die Aufschriften: "Gott segne das ehrbare Handwerk" und "Religion und Tugend, Arbeitsamkeit und Fleiß, Eintracht und Liebe, Frohsinn und Scherz", also Grußwort und Motto der Katholischen Gesellenvereine.

Februar 1901

Der Verein wird in das Vereinsregister eingetragen.

11. - 13.06.1910

Feier des 25-jährigen Jubiläums und gleichzeitig Weihe einer neuen Fahne.

Festprogramm:

Samsatg abend: Festbankett im Sonnensaal

Sonntag:            Festgottesdienst mit Fahenweihe in der Hl.-Kreuz-Kirche, anschließend Festakt im großen Sonnensaal (heute Kapuziner).

Am Nachmittag fand ein Festumzug unter großer Beteiligung der örtlichen und auch auswärtiger Vereine durch die Straßen der Stadt bis zum Garten des Parkhotels (heute Paracelsushaus) statt. Bei der dort stattfindenden Feier hielt der fühere Präses, Herr Pfarrer Kneer von Frittlingen, die Festrede.

Montag: morgens: Requiem für die verstorbenene Mitligeder und Wohltäter des Vereins.

             nachmittags: Ausflug auf den Dreifaltigkeitsberg.

In den ersten 25 Jahren bzw. bis zum Beginn des 1. Weltkrieges herrschte ein reges Vereinsleben. Die Mitgliederzahl schwankte zwischen 60 und 80. Teilweise waren auch Gesellen evangelischer Konfession Mitglied im Verein. Es bestand eine eigene Vereinssparkasse und eine kleine Bibliothek. In den wöchentlichen Versammlungen wurde den jungen Menschen religiöses, staatsbürgerliches und allgemeinbildendes Wissen vermittelt. Das gesellige Leben kam ebenfalls nicht zu kurz.

Bedingt durch das Kriegsgeschehen war der Verein am Ende des 1. Weltkrieges auf 5 Mitglieder zusammengeschrumpft. 36 Mitglieder sind im Krieg gefallen. Doch bald ging es wieder aufwärts. Bereits anfang der 20-iger Jahre wurde ein Gesellenhausbauverein gegründet, dem nicht nur die Mitglieder und Handwerksmeister, sondern auch andere Kreise und Persönlichkeiten der Stadt angehörten. Unter schwierigen Bedingungen (die Inflation hatte bereits eingesetzt) wurde mit dem Bau eines Gesellenhauses begonnen.

29.05.1924

Einweihung des Katholischen Gesellenhauses (heute Gemeindehaus Adolph Kolping, Waldtorstraße 8) durch Diözesanbischof Paul Wilhelm Keppler.

02.08.1927

Generalversammlung des Gesellenhausbauvereins. Der Schuldenstand betrug 24.142,72 RM (Reichsmark). Im abgelaufenen Vereinsjahr wurde im Haus 348 durchreisenden Gesellen Unterkunft gewährt. Ständig wohnen 8 - 14 Gesellenvereinsmitglieder im Haus.

Februar 1929 und 23. Juni 1929

Die erste und zweite Bezirkskonferenz der Gesellenvereine des Bezirks Oberer Schwarzwald fand im Rottweiler Gesellenhaus statt.

01.09.1929

20 Mitglieder des Vereins (mit Fahne) nahmen am Deutschen Katholikentag in Freiburg teil.

08.05.1932

In der Generalversammlung wird berichtet, daß der Verein z. Zt. 70 aktive Mitglieder zählt, davon seien etwa 50 % arbeitslos. Im Gesellenhaus wurden im vergangenen Jahr 436 Nachtquartiere und 507 mal ein Frühstück gewährt.

11.07.1932

Gründung eines Singchores. Musikalischer Leiter wurde Oberlehrer Henri.

20.11.1932

Um Mittel zur Erfüllung sozialer Verpflichtungen zu erhalten, führte der Katholische Gesellenverein eine Wohltätigkeitsveranstaltung im großen Sonnensaal durch. Mit großem Erfolg wurde das Theaterstück "Die Else vom Erlenhof" aufgeführt. Wegen starken Andrangs mußte am 04.12.1932 und am 06.01.1933 die Aufführung wiederholt werden. Bei dieser Wohltätigkeitsveranstaltung trat auch der Singchor erstmal öffentlich auf.

03.12.1933

In der Versammlung zum Gedächtnis des 120. Geburtstags Adolph Kolpings wurde die Neuordnung der Gesellenvereine bekanntgegeben. Der amtliche Untertitel "Katholischer Gesellenverein", für Rottweil also künftig "Kolpingsfamilie Rottweil".

18. - 20.08.1934

Unter der Führung von Präses Kaplan Farny nahmen 13 Mitglieder der Kolpingsfamilie Rottweil an der Schwabenwallfahrt zum Grabe Adolph Kolpings in Kön teil.

13.10.1935

Feier des 50-jährigen Jubiläums.

Festfolge:   8.45 Uhr  Festgottesdienst in der Hl.-Kreuz-Kirche

                13.30 Uhr  Marienfeier in der Hl.-Kreuz-Kirche

                15.00 Uhr   Bezirkstreffen des Bezirks Oberer Schwarzwald

                19.30 Uhr  Festabend. Dort wird u. a. das Spiel "Es wird das Reich" aufgeführt.

 

01.04.1936

Erste Versammling der neugegründeten Gruppe "Altkolping". Zum ersten Altsenior wurde Herr Buggle gewählt.

23.10.1936

Der Gesellenhausbauverein verkauft das Katholische Gesellenhaus an die Kirchengemeinde Hl. Kreuz. Grund hierfür waren zum einen die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse, zum anderen mußte befürchtet werden, daß das Haus bei Verbleib im Besitz des Gesellenhausbauvereins enteignet wird.

Von Juni 1937 - 13.08.1947 liegen keine Protokolle vor. Sicher ist aber, daß der seit März 1936 im Amt befindliche Präses Kaplan Anton Straub die Kolpingsfamilie Rottweil über die schwere Zeit während der Herrschaft des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges hinüber gerettet hat. Bald nach Ende des Kreiges, als die ersten Kolpingsöhne aus der Kreigsgefangenschaft heinmkehrten, begann wieder reges Leben. Für die Idee Adolph Kolpings begeisterten sich wieder viele junge Menschen. Die Mitgliederzahl wuchs stetig an und schon bald (etwa 1947) wurde eine Jung-Kolping-Gruppe (14 - 18-jährige) gebildet.

13.10.1947

Bezirkstag der Kolpingsfamilien des Bezirks Oberer Schwarzwald im Kath. Gemeindehaus in Rottweil.

28.07.1949

Abschluß der 1. Renovierung des Kath. Gemeindehauses (früher Kath. Gesellenhaus). Die Kolpingsfamilie stiftet ein buntes Fenster im großen Saal (Wert DM 200.--).

09. - 20.10.1950

31 Kolpingsöhne machen mit ihrem Präses Kaplan Hofmann anläßlich des Heiligen Jahres eine Pilgerfahrt nach Rom. Bei der Generalaudienz in Castelgandolfo begrüßte Papst Pius XII. in deutscher Sprache ganz besonders die Kolpingsöhne aus Rottweil.

Dezember 1951

Erstmals in diesem Jahr veranstaltet die Kolpingsfamilie eine Nikolausaktion. 300 Familien baten damals um den Besuch des Nikolaus. Seit dieser Zeit werden die Nikolausaktionen jedes Jahr durchgeführt.

April 1951

Die Kolpingsfamilie Rottweil wollte für die Neuanschaffung der Glocken von Hl. Kreuz einen angemessenen Betrag leisten. Zu diesem Zweck wurde die Komödie "Der Hauptamnn von Köpenik" aufgeführt. Die erste Aufführung war ein solcher Erfolg, daß sie noch dreimal wiederholt werden mußte.

10.05.1953

Die Gesellenkapelle bei der Familie Bucher, Obere Ziegelhütte, wurde in den letzten Monaten in Gemeinschaftsarbeit der Mitglieder der Kolpingsfamilie Rottweil restauriert. Die Wandbemalung über dem kleinen Altar stammt von dem Lehrer und Künstler Franz Friedrich. Die Einweihung erfolgte im Rahmen einer Gemeinde-Maiandacht.

Pfingsten 1953

30 Mitglider der Kolpingsfamilie Rottweil besuchen das Grab Adolph Kolpings in Köln.

Juni 1958 - Mai 1959

Wegen Umbau des Gemeindehauses fanden während dieser Zeit die wöchentlichen Versammlungen im Feuerwehrhaus statt.

26.04.1959

Festfeier der Einweihung des erweiterten und umgebauten Gemeindehauses an der Weldtorstraße 8. Das frühere Gesellenhaus wurde durch den Um- und Erweiterungsbau den Bedürfnissen der Pfarrgemeidne angepaßt. Der Erweiterungsbau umfaßt den heutigen Balettsaal, der dann als Chorraum der Münstersängerknaben und des Münsterchores genutzt wurde. Im darunter liegenden Stockwerk wurden zwei Büroräume eingerichtet, welche die damalige Kirchliche Bücherei aufnehmen. Ebenso konnte eine Kegelbahn eingerichtet werden. Ganz unten war Platz für drei vom Schwarzen Graben zugängliche Garagen. Das Kolpingzimmer steht -wie bisher - der Kolpingsfamilie kostenlos zur Verfügung.

Sommer 1960

Innerhlab der Kolpingsfamilie wurde eine Fußballmannschaft gegründet. Bis etwa 1964 war diese Gruppe aktiv.

01.10.1960

Feier des 75-jährigen Jubiläums.

Festprogramm:    9.00 Uhr  Festgottesdienst im Hl.-Kreuz-Münster.

                         14.30 Uhr  Feierstunde im Festsaal der Gymnasien. Festredner war der Oberbürgermeister und Landtagsabgeordnete Theopont Diez von Singen/Htw.

                         16.30 Uhr  Familientreffen der Kolpingsfamilien des Bezirks Oberer Schwarzwald im Saal der Brauereigaststätte "Pflug" in Rottweil-Altstadt.

19.03.1970

Die Generalversammlung beschließt die vom Ausschuß ausgearbeite Neuorganisation der Kolpinsfamilie. Die Ämter des Seniors und des Altseniors bestehen künftig nicht mehr. An deren Stelle tritt ein Vorsitzender, der für alle Gruppen der Kolpingsfamilie verantwortlich ist.

28.11.1970

Nach siebenmonatiger grundlegender Umgestaltung und Renovierung des Kolpingzimmers wurde der neue Raum eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Die anfallenden Arbeiten wurden meist in Eigenleistung der Mitglieder und Kolping-Handwerksbetrieben geleistet und auch flinanziert.

13.03.1978 und 29.02.1980

Die Mitglieder Georg Berner und Franz Vogel werden für 60-jährige Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie geehrt.

26. - 27.09.1981

Die Kolpingsfamilie Rottweil unternimmt mit ihrem Präses Münsterpfarrer Franz Scheffold eine Reise nach Köln. Das Koster Maria Laach, das Geburtshaus Adolph Kolpings in Kerpen und die Minoritenkirche mit dem Grab Kolpings sind das Ziel.

12.10.1984

In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde einstimmig eine neue Satzung beschlossen. Mit der geänderten Satzung wurden die Voraussetzungen für eine erneute Eintragung der Kolpingsfamilie Rottweil in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rottweil geschaffen.

 

Zusammengetragen von Hubert Schwarz zum 100jährigen Jubiläum 1985

 

 

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